2. Grundsätze

Zunächst eine Bemerkung zum Begriff Kritik: Unter Kritik versteht man oft eine Art Tadel, wobei es darum geht, etwas abzuwerten oder zu beanstanden. Meine Kirchenkritik soll jedoch umfassender verstanden werden: als Analyse, Begutachtung und Bewertung. Auch das Positive hat seinen Platz und soll berücksichtigt werden. Darüber hinaus möchte ich auf eine kritische Haltung hinarbeiten - nicht als Selbstzweck, sondern um zu lernen, die Kirche und ihre Lehre realistisch, unbeschönigt und nüchtern zu betrachten und vernünftige Schlüsse daraus zu ziehen.

Für diese Arbeit will ich bestimmte Grundsätze einhalten:

  • Wahrhaftigkeit: Das Streben nach Wahrheit steht für mich an erster Stelle (siehe dazu auch Seite ).
  • Fairness: Meine Argumente sollen fair angebracht werden. Im Zusammenhang mit der Wahrhaftigkeit geht es mir nicht darum, Recht zu haben, sondern der Wahrheit zu ihrem Recht zu verhelfen. Für Polemik (griech. pólemos, Krieg) im Sinne unsachlicher Kritik soll hier kein Platz sein.
  • Behutsamkeit: Gerade in Glaubensdingen gibt es große Empfindlichkeiten, und die Grenzen dessen, was als hinnehmbar angesehen wird, sind schnell überschritten. In diesem Fall hat die Kritik oft keine Chance mehr und wird (ob sie nun tatsächlich berechtigt ist oder nicht) pauschal abgelehnt.
  • Weltanschauliche Neutralität: Ich will nicht den Fehler machen, die Aussagen eines Glaubenssystems (der NAK) anhand der Aussagen eines anderen Glaubenssystems (etwa des Protestantismus) zu beurteilen. Jedes Glaubenssystem hat seine oft unausgesprochenen Grundlagen, die immer in irgendeiner Weise angreifbar sind. Es wird m. E. meist genügen, die Aussagen der NAK auf der Basis ihrer eigenen Ansprüche zu beurteilen. Die Bibel betrachte ich in guter Übereinstimmung mit der Lehre der NAK1) nicht als Wort Gottes, sondern als jüdisch-christliches Grunddokument, dem zunächst vor allem historische Bedeutung zukommt.

Zitate kennzeichne ich in der Regel durch Anführungszeichen und durch eine andere Schriftart: „Beispiel für ein Zitat„; werden ganze Absätze zitiert, so entfallen die Anführungszeichen. Die genauen Quellenangaben stehen wie üblich meist in den entsprechenden Fußnoten.

Keinesfalls werden Anführungszeichen verwendet, um Begriffe, die ich vielleicht nicht mag oder unpassend finde, in abwertender Weise herauszustellen. Sätze wie diesen wird es also nicht geben: „Die ‚Apostel' der Neuapostolischen ‚Kirche' sind ‚bevollmächtigt', aus Menschenkindern ‚Gotteskinder' zu machen.“

Soweit ich nicht ausdrücklich die Erlaubnis der betreffenden Personen eingeholt habe, nenne ich keine Namen. Eine Ausnahme von dieser Regel sind Amtsträger der Kirchenleitungsebene ab Apostelamt und Personen, die selbst (etwa mit Internetseiten mit NAK-Bezug) an die Öffentlichkeit gegangen sind.

In einem Teil dieser Arbeit geht es um meine persönliche Entwicklung. Dieser Teil ist zwangsläufig subjektiv, d. h. aus meinem Erleben heraus geschrieben. Alles weitere kann nur zu einem bestimmten Grad Objektivität für sich beanspruchen. Es lässt sich kaum vermeiden, dass manche Aussagen falsch sind (etwa aufgrund fehlender Informationen oder psychischer Einstellungen), auch wenn ich mich bemühe, das zu vermeiden. Ich behaupte nicht, alles oder auch nur vieles besser zu wissen als die Kirchenleitung, sondern weise lediglich auf Dinge hin, die meiner Meinung nach nicht in Ordnung sind. Ich möchte dazu ermutigen, eine kritische Haltung einzunehmen - der Kirchenleitung, der Kirchenlehre und auch dieser Kritik gegenüber.

Weiter: Vorgeschichte

Übersicht

1) Vergl. F&A, 1992, Nr. 1 „Was ist die Bibel? – … eine von gläubigen Männern geordnete Sammlung göttlicher Verheißungen und Gebote sowie von Berichten, die in engem Zusammenhang mit Gottes Walten stehen.“ Die Bibel und ihr Verhältnis zur Kirche wird in einem eigenen Abschnitt (Die Bibel) betrachtet.
grundsaetze.txt · Zuletzt geändert: 2009-12-13 09:38 von administrator
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