3. Vorgeschichte

In diesem Kapitel erzähle ich meine persönliche Geschichte im Spannungsfeld zwischen Kirche und Kommunikation. Dabei werden einige der Probleme erkennbar, die sich ergeben, wenn jemand die von der Kirche vorgegebenen Wege der Informationsgewinnung verlässt und anfängt, die Grundlagen des Glaubens zu hinterfragen.

3.1 Kirche im Wandel

Die Erfindung des World Wide Web (WWW) und der darauf folgende Internetboom haben zu einer Entwicklung geführt, die weite Bereiche unseres Lebens verändert haben: Viele Menschen können sich ein Leben ohne Internetmärkte, Musiktauschbörsen, Online-Chats, E-Mail, Internet-Diskussionsforen, Online-Banking usw. kaum noch vorstellen. Kommunikation ist nahezu grenzenlos möglich und weitgehend unabhängig davon, in welchem Land oder auf welchem Erdteil sich die Kommunikationspartner aufhalten.

Diese Entwicklung ging auch an der Neuapostolischen Kirche nicht vorüber. Bis Mitte der neunziger Jahre verfügte die Kirchenleitung sozusagen über ein Informationsmonopol: Die Gemeindemitglieder erfuhren ausschließlich über die kirchlichen Informationskanäle (vor allem die kircheneigene Zeitschrift Unsere Familie und besondere Gottesdienste), was sie aus Sicht der Kirchenleitung erfahren sollten. In den öffentlichen Medien war das Interesse an der NAK gering.

Durch die Verbreitung des Internets entstanden jedoch Foren, die nicht mehr der Kontrolle der Kirchenleitung unterstanden. Im deutschsprachigen Raum gab es einen lebhaften Austausch zunächst in geschlossenen privaten Mailinglisten1) wie der Folks-Mailingliste, die bereits Anfang 1996 etwa auf hundert Mitglieder kam und ein recht hohes Mailaufkommen hatte (es gab Tage mit 50 Mails).

3.2 Kirche im Web

Im Januar 1996 erstellte ich einige Webseiten2) mit Informationen über die Neuapostolische Kirche und machte sie in Newsgroups und Webkatalogen (etwa Religio) bekannt. Ich hatte dabei nichts anderes im Sinn als eine Art von Aufklärungsarbeit (oder Weinbergsarbeit) und war voller Zuversicht, die Wahrheit (über die Neuapostolische Kirche) spräche für sich selbst.

Inhalte dieser Webseiten waren zunächst unter anderem Texte vom Verlag Friedrich Bischoff:

  • Die Faltblätter „Neuapostolische Kirche - was ist das?„
  • Die Hausregeln für die Mitglieder der Neuapostolischen Kirche3) von 1979.
  • Ein Beitrag aus den Leitgedanken zum Gottesdienst.
  • Ein Beitrag aus der Wächterstimme vom 1. November 1982: „1832-1982: 150 Jahre Apostelamt der Endzeit“.
  • Einige Artikel aus Unsere Familie.
  • Eine „Stellungnahme zu den Vorwürfen gegen die Neuapostolische Kirche„4) von Stammapostel Fehr.
  • Einige Abschnitte aus dem Buch 100 Jahre Neuapostolische Kirche 1863-1963, Apostelbezirk Hamburg.

Weiteres Informationsmaterial:

  • Ein Text von Hans-Diether Reimer über die Neuapostolische Kirche von 1991.
  • Texte von Konrad Algermissen über die Neuapostolische Gemeinde und die Katholisch-Apostolische Gemeinde von 1960.
  • Eine längere Liste mit ca. 40 selbst erstellten Fragen und Antworten zur Neuapostolischen Kirche, in denen ich teils aus NAK-Quellen5) zitierte, teils Antworten frei formulierte, mit dem Ziel, bei Außenstehenden „verbreitete Missverständnisse und Fehlinformationen auszuräumen“6).
  • Links auf andere Webseiten mit Bezug zur NAK.

Ich war überrascht über die Reaktionen. Über E-Mail bekam ich Zuspruch von etlichen Glaubensgeschwistern. Dadurch erfuhr ich erst von der Folks-Mailingliste, der ich bald darauf beitrat. Und ich lernte Kritiker kennen, mit denen ich lebhafte Diskussionen führte7). Damals konnte ich nicht verstehen, dass es andere Gründe geben könnte, sich von der Kirche zu distanzieren als folgende:

  • Man hat sich über jemanden oder über etwas geärgert.
  • Man hat das Interesse am Glauben und an Gott verloren, ist oberflächlich und gleichgültig geworden.
  • Man hat nicht gelernt, zwischen Mensch und Amt zu unterscheiden.

Ich wollte wissen, was in diesen Kritikern vorging und wie es zu einer wie ich dachte verhängnisvollen Entwicklung kommen konnte, die dazu führte, sich von der Kirche zu trennen. So war es eine nicht geringe Überraschung für mich, zu erfahren, dass es Leute gibt, die aus der NAK austreten und sich in einer anderen Kirche engagieren - aus theologischen Gründen!

Meine Privatinitiative zur Darstellung der Neuapostolischen Kirche im WWW wurde offenbar von der Kirchenführung nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen. Ein Folks-Mitglied schrieb mir im März 1996: „Mich hat beim Lesen der Seiten die Frage beschäftigt, ob du eigentlich mit deinen Segensträgern schon mal über deine Internetaktivitäten gesprochen hast.„ Ich hatte noch nicht darüber gesprochen und holte das bei nächster Gelegenheit nach: Mein Bezirksältester erhielt einen Ausdruck meiner Internetseiten. Ende des Monats bekam ich (nach einem vorangegangenen kurzen Gespräch mit Bezirksapostel Wend) einen Brief vom Verlag: „Da die Kirche von sich eine offizielle Einspeicherung vorbereitet und zum anderen Nutzungsrechte beim Verlag liegen, bitten wir Sie, bis auf die Texte aus dem Faltblatt und der Werbebroschüre ‚Die Neuapostolische Kirche' alle Beiträge aus dem Internet herauszunehmen.“

Ich war daraufhin der Auffassung, es würde genügen, die aus Verlagsmaterial kopierten Seiten zu löschen und ließ eigene Ausführungen (u. a. zum Sektenbegriff, zum Zehnten, zur Besoldung der Amtsträger, zum Stellenwert der Bibel und zum Entschlafenenwesen) stehen.

Einen Monat später erhielt ich einen weiteren Brief vom Verlag: „Uns liegt ein Ausdruck vom 23. April 1996 des Materials vor, das Sie über die NAK im Internet verbreiten. … Wir raten Ihnen noch einmal dringend, alle Texte bis auf das Faltblatt und das Glaubensbekenntnis aus dem Internet herauszunehmen und abzuwarten, bis offizielle Texte vorliegen.„

Daran hielt ich mich, doch ich fand die Reaktion der Kirchenleitung8) auf meine Initiative sonderbar. Der offizielle Internetauftritt der Kirche (http://www.nak.org) kam erst etwa ein Jahr später, am 15. April 1997.

3.3 Kirche in der Kritik

Allmählich entstanden weitere Websites und Diskussionsforen, in denen die Kirche zunehmend kritisch betrachtet wurde. Man erfuhr von sogenannten Aussteigern und von Abspaltungen, man konnte leicht Informationen über andere Kirchen erhalten, die sich wie die NAK direkt oder indirekt aus der Katholisch-Apostolischen Kirche entwickelt hatten.

Höhepunkte der kritischen Auseinandersetzung mit der NAK im Internet waren (oder sind) aus meiner Sicht:

  • Freunde der reinen Jesulehre: Erwin Meier-Widmer, ein ehemaliger Jugendfreund von Stammapostel Fehr, suchte seit Mitte 1995 den innerkirchlichen Dialog. Sein Hauptkritikpunkt war zunächst die sogenannte Botschaft, die Stammapostel Bischoff aufgestellt hatte und besagte, „dass mich der Herr hat wissen lassen, dass er zu meiner Lebzeit kommt, um die Seinen zu sich zu nehmen“9). Es fanden Briefwechsel und Gespräche im Rahmen des Gremiums für besondere Angelegenheiten statt, die jedoch von Meier-Widmer abgebrochen wurden, nachdem er zu der Überzeugung gelangt war, der Kirchenleitung fehle es „an ehrlichem Wollen„ und dem „Bemühen um Einsicht in begangene Fehler“10). Im April 1998 richtete Meier-Widmers Neffe, Diakon Stephan Schürch, eine Homepage „Freunde der reinen Jesulehre„ (FdrJ) ein, auf der man die Briefe und weitere kritische Beiträge abrufen konnte.
  • Wächterstimme aus Zion: Mitte 1998 wurde eine Website unter dem Namen „Wächterstimme aus Zion. Internetseite zur Förderung der Reformen in der Neuapostolischen Kirche“ (WAZ) publiziert (http://waechterstimme.tripod.com). Die Website wird zwar seit Anfang 2002 nicht mehr weiter gepflegt, existiert aber immer noch (seit Anfang 2009 unter waechterstimme.orgfree.com). Ein wichtiger Teil der FdrJ-Seiten, die irgendwann aufgelöst wurden, ist hier zu finden. Die Art der Kritik, der polemische Stil, geht zuweilen über die Grenzen dessen hinaus, was von vielen Neuapostolischen als noch erträglich angesehen wird. Andererseits sind hier Dokumente zu finden, die bislang teilweise nur Eingeweihten bekannt waren: historische Dokumente, Briefwechsel, Richtlinien für Amtsträger, die Statuten der Neuapostolischen Kirche International (NAKI) und vieles mehr - eine wahre Fundgrube.
  • glaubenskultur.de: Ende 1996 entstand in Heilbronn im Rahmen eines neuapostolischen Jugendprojektes „GlaubensKultur„ (GK). Mittlerweile ist GK (http://www.glaubenskultur.de) von Michael Koch der prominenteste kirchenunabhängige Internetauftritt mit NAK-Bezug und hat sich zu einem richtigen Internetmagazin entwickelt. Die GK-Diskussionsforen (es gibt ein Webforum und seit Mai 2000 eine Mailingliste) waren und sind stark frequentiert.
  • church documents (früher: Historical Documents): Peter Sgotzai hat seit 1997 eine Sammlung von inzwischen über 1500 Schriften der Katholisch-Apostolischen Kirche erstellt (http://www.apostolic.de). Den Beginn bildete ein Vergleich zwischen dem originalen „Zeugnis der Apostel“ (Testimonium) und dem 1932 vom Verlag veränderten Nachdruck11).
  • naktuell.de: Das Internetmagazin von Christian Puffe bringt seit 2002 ähnlich wie glaubenskultur.de interessante Berichte. Im Unterschied zu den zuvor genannten Websites „respektiert [naktuell.de] die Grundlagen des neuapostolischen Glaubens„ und praktiziert keine „Verbreitung von frontaler Kritik, von provokanten und radikalen Ansichten, … da dies unserem grundlegenden Anliegen, der Förderung einer wachsenden Kommunikationsbereitschaft innerhalb der Gemeinschaft, nicht zuträglich wäre“12).
  • Gerade in den letzten Jahren wurden weitere NAK-kritische Webauftritte erstellt, die ich an dieser Stelle nicht aufführen möchte, da sie für meine eigene Entwicklung keine (oder nur eine untergeordnete) Rolle spielten.

Bei meiner Beschäftigung mit den neuen verfügbaren Informationen über die NAK (und das Christentum allgemein) geriet ich in einen Prozess, dem ich nicht widerstehen konnte und dem ich nicht widerstehen wollte. Ich fühlte mich der Wahrheit verpflichtet und konnte nicht mehr hinter gewonnene Erkenntnisse (mehr dazu im Hauptteil) zurück. Mit dem kindlichen Glauben, der kritiklos annimmt, was von den Vorangängern gesagt wird, war es schließlich vorbei.

Begonnen hatte ich 1996 damit, mich um Verständnis für die Formellen, Aussteiger und Kritiker zu bemühen. Nun wollte ich herausfinden, was kritisch eingestellte Glaubensgeschwister trotz aller Kritik in dieser Kirche hält, denn ich fühlte mich der NAK immer noch verbunden und wollte doch gern wieder „richtig„ glauben können. Mit diesem Vorsatz habe ich mich im Februar 2002 bei der GK-Mailingliste und kurz darauf beim neuen GK-Webforum angemeldet.

3.4 Kirche im Zweifel

Am 10. November 2002 war ein örtlicher Ämtergottesdienst, der zu einem Wendepunkt für mich wurde. In diesem Gottesdienst wurde zum einen empfohlen, man solle bei Problemen keine heile Welt vorspielen und, auch was den Glauben angeht, zu seinen Schwächen stehen. Andererseits wurde erneut ein neuapostolischer Exklusivismus gepredigt: das Apostelamt sei nicht etwa nur heilsförderlich, sondern heilsnotwendig. Zudem wurde die Esoterik pauschal verurteilt und davon abgeraten, sich seinen Glauben zusammenzubasteln13). Nach diesem Gottesdienst bat ich den Bezirksältesten um ein Gespräch und stellte ihm meine Situation in einer E-Mail dar. Darin formulierte ich auf ca. sechs Druckseiten meine Kritik an der Kirche.

Ich schrieb, der Kirche mangle es an Wahrhaftigkeit, Offenheit und Kritikfähigkeit, ihr Weltbild sei flach und eindimensional, das kirchliche Frauenbild sei nicht mehr zeitgemäß14), und in der Kirche scheine es keine Klarheit darüber zu geben, was unter der Seele zu verstehen sei15).

Am 22. November 2002 hatte ich dann ein Gespräch mit dem Bezirksältesten und Apostel Opdenplatz. Das Gespräch war trotz der leider ungeheizten Kirche (aus meiner Sicht) warm und freundlich, doch nach drei Stunden war klar, dass ich mit meiner Einstellung mein Amt als Diakon nicht weiter ausüben konnte. Apostel Opdenplatz beurlaubte mich zunächst für ein halbes Jahr und bat mich, „die Zeit der Beurlaubung zu nutzen, um Klarheit zu gewinnen“16).

Statt mich mit „einseitigen Stellungnahmen gegen das Evangelium Christi und gegen das Werk Gottes„17) zu beschäftigen, las ich prochristliche Literatur: Klaus Berger (Wozu ist Jesus am Kreuz gestorben?), Hans Kessler (Sucht den Lebenden nicht bei den Toten), Bernhard Lang (Heiliges Spiel) und Hubertus Halbfas (Die Bibel). Ich nahm sogar (allerdings in einer evangelischen Gemeinde) an einem „Grundkurs des Glaubens“ teil.

Doch ich sah mich prinzipiell in meinen Zweifeln bestätigt, die vor allem kirchliche Dogmen (oder Eckwerte) wie Jungfrauengeburt, Trinitätslehre, das Verständnis der Kreuzigung Jesu als freiwilligem Opfertod usw. betrafen.

Mit dem Pfingstgottesdienst 2003 kam eine „erweiterte Lehrmeinung„18), die meine Zweifel an der Wahrhaftigkeit der Kirche mehrten: Die erste Auferstehung sei ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstrecke; die in der Zeit der großen Trübsal getöteten Märtyrer sollten ebenfalls an der ersten Auferstehung beteiligt sein. Offenbar wurde damit stillschweigend die bisher gültige Lehre vom „Knäblein“19) (den vollendeten Brautseelen) und dem „Sonnenweib„ (den Seelen, die zur Zeit der großen Trübsal an einen sicheren Ort in der Wüste entrückt werden sollten) aufgehoben. Lehrveränderungen finde ich nicht schlimm, sondern sogar notwendig; doch ich finde diese Art der Vermittlung neuer Lehraussagen20) unwahrhaftig.

Schließlich legte ich mein Amt am 24. Juni 2003 nieder und begründete diesen Schritt in meinem Schreiben an alle vorgesetzten Amtsträger vom Gemeindevorsteher bis zum Bezirksapostel. Dabei gab ich meiner Hoffnung Ausdruck, meine Amtsniederlegung könne der Kirche „einen kleinen Anstoß zu mehr Wahrhaftigkeit, Offenheit und Aufrichtigkeit“ geben.

Die Theologie ist für mich sozusagen zu einem Steckenpferd geworden, weil es ein Thema ist, das mich zutiefst betrifft. Ich habe gelernt, meine Zweifel zu akzeptieren und sie, so paradox das auch klingen mag, als Hilfsmittel auf meinem Weg zu Gott zu begreifen.

Neben den allzu oft unbefriedigenden neuapostolischen Gottesdiensten besuche ich gelegentlich auch evangelische21) Gottesdienste, die mir eine willkommene Abwechslung und eine Bereicherung geworden sind. Ich nehme an einem ökumenischen Gesprächskreis teil und nutze verschiedene Möglichkeiten, die sich mir bieten, um mich mit Glaubensthemen auseinander zu setzen.

Zur Zeit fällt es mir schwer, mir vorzustellen, bis an mein Lebensende (aktives) Mitglied in der NAK zu bleiben. Die Frage scheint nicht so sehr zu sein, ob ich die Kirche verlassen werde, sondern wann. Die Kommunikation zwischen der Kirche und mir funktioniert nicht mehr - in beiden Richtungen.

Weiter: Hauptteil

Übersicht

1) Eine Mailingliste ist ein virtuelles Schwarzes Brett: jeder (zumindest jedes Mitglied der Mailingliste) kann eine Nachricht anbringen, die von allen anderen Teilnehmern gelesen werden kann.
2) Diese Webseiten gab es noch bis Ende 2006.
3) Die z. Zt. aktuellen Hausregeln wurden erst 1997 herausgegeben.
4) Veröffentlicht in Unsere Familie vom 20. Januar 1996.
5) Quellen waren: Fragen und Antworten über den Neuapostolischen Glauben, Anleitung für die Jugendstunden (von Bezirksapostel Saur), die Hausregeln, Richtlinien für die Amtsträger der Neuapostolischen Kirche
6) Mein Brief an den Verlag Friedrich Bischoff vom 20. März 1996.
7) Die intensivste E-Mail-Diskussion mit einer Aussteigerin ging 1996 über etwa acht Monate.
8) Genau genommen war es nicht die Reaktion der Kirchenleitung, sondern des kircheneigenen Verlags.
9) Stammapostel Bischoff in einer Ämterversammlung vom 19. April 1953, zitiert nach http://waechterstimme.orgfree.com/wa040799.html, aus Wahrheit, 34. Jahrgang, die Ausgaben April-Juni 1999, Nr. 4/6 und Juli-Sept. 1999, Nr. 7/9 der Apostolischen Gemeinde des Saarlandes
10) Brief von Erwin Meier-Widmer An die Freunde der reinen Jesulehre in aller Welt, zitiert nach http://waechterstimme.orgfree.com/br980406.html
11) Dokument c001 – Vergleich Testimonium 1836 mit Ausgabe Verlag F. Bischoff 1932 unter http://www.apostolic.de. Peter Sgotzai wies nach, dass die neuapostolische „Kurzfassung“ nicht zu unrecht als Fälschung bezeichnet werden kann. Eine Auswertung dieses Vergleichs findet sich im Artikel Dokumentenfälschung? von Dr. Hans-Diether Reimer, Materialdienst der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, 1. September 1990 (http://waechterstimme.orgfree.com/mat9009.html).
13) Allgemein nennt man das im Christentum Häresie (griech. „Wahl“). Einige Sonderlehren der NAK sind aus Sicht anderer Kirchen sicherlich häretisch, etwa das Entschlafenenwesen, das darüber hinaus auch als esoterisch angesehen werden könnte.
14) Auch das Frauenbild Jesu war in mancherlei Hinsicht moderner als das der NAK. Er hatte etliche Jüngerinnen, „die ihm dienten mit ihrer Habe“ (vergl. Luk 8,3), wobei mit Habe nicht nur materielle Güter gemeint sein müssen. Junia, eine Frau, wurde von Paulus in Röm 16,7 sogar als Apostel(in) bezeichnet. Doch in der NAK sind Ämter nur Männern zugänglich. „250 archäologische Belege könnten Wissenschaftler für die Existenz des Frauennamens Junia anführen – aber nicht einen für den männlichen Junias“ – so wird in Publik Forum (Nr. 12/2004) Hanne Köhler, die Leiterin des Projekts „Bibel-in-gerechter-Sprache“ zitiert.
15) „Ziel der neuapostolischen Glaubenslehre ist die Zubereitung gläubiger Seelen auf die Wiederkunft Jesu Christi“ (F&A 1992, Nr. 167 und Statuten der Neuapostolischen Kirche International vom 1. Juni 1990; in der Neufassung der Statuten vom 17. Mai 2002 wurde „Seelen“ durch „Menschen“ ersetzt). Wer Seelen erlösen will, sollte m. E. eine klare Vorstellung davon haben, was eine Seele ist (ähnlich wie ein Arzt, der gewisse biologische bzw. physiologische Kenntnisse benötigt, wenn er einen Patienten behandeln will).
16) Beurlaubungsschreiben vom 13.12.2002
17) Ebenda
18) Siehe http://www.nak.org/de/news/nak-international/article/12804/. In der Sondernummer 7, Juli 2003 der Leitgedanken zum Gottesdienst heißt es (S. 3): „intensive Bemühungen [haben] die Notwendigkeit erkennen lassen, unser gegenwärtiges Verständnis von der ‚Ersten Auferstehung‘ zu erweitern und dabei den biblischen Zusammenhang einzubeziehen“.
19) Vergl. Offenbarung 12
20) Weitere Beispiele für in meinen Augen unwahrhaftige Lehränderungen sind: die Änderung der Aussagen zur stammapostolischen Schlüsselgewalt bzw. Schlüsselvollmacht und die Aufgabe der Periodisierungslehre (nach der die Weltgeschichte in mehr oder weniger festgelegte Zeitabschnitte eingeteilt ist, die sich nach der Offenbarung des Johannes richten und wir in der letzten Zeit leben, der Zeit Laodizäa). Übrigens wurde erst Mitte 2006 eine offizielle Verlautbarung mit geänderten Lehraussagen zum Thema „Sonnenfrau“ veröffentlicht (http://www.nak.org/de/news/nak-international/article/13998/).
21) Dass ich einen stärkeren Bezug zur evangelischen Kirche als zu anderen Konfessionen habe, ist sicher einerseits Zufall. Andererseits wird gerade hier die Eigenverantwortung jedes Einzelnen vor Gott besonders betont, was mir sehr wichtig ist.
vorgeschichte.txt · Zuletzt geändert: 2011-05-10 00:45 von administrator
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